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Schatten, der Vergangenheit

Donnerstag, 29. März 2007

Beichtstuhl

Da hier irgendwie alle am Beichten sind, werd ich mich mal anschließen.

Es ist jetzt fast ein Jahr her. Der 31. März 2006 sollte ein ganz besonderer Tag werden, denn M. hatte VIP-Karten für das Kingkamehameha in FFM gewonnen. Die "Glamour" feierte da Geburtstag und uns wurde mit den Karten freier Eintritt und ein Gläschen Sekt gewährt. In einem abgeschlossenen Bereich standen wir also in diesem Nobel-Schuppen, in den wohl nur die Kinder schwerreicher Eltern fahren. Und dann auch nur mit Papis Benz. Mindestens. Das sollte uns aber an diesem Abend nicht stören. Wir tranken Sekt. Erst ein Glas, dann hieß es plötzlich: Frei-Sekt bis Mitternacht. Also schnell noch ein paar Gläser geleert, wir sind schließlich arme Studenten und können uns keine sauteueren Cocktails in Nobel-Schuppen leisten.

Nach Mitternacht gab es aber immer noch Frei-Sekt. Irgendwann hats mich dann ausgeknockt. Ich habe mit nem Typen (einem Türken, der gerade beruflich in FFM war und kaum ein Wort deutsch konnte) rumgeknutscht und irgendwann gings mir gar nicht mehr gut. Mein Blickfeld war eh schon den halben Abend auf Grund des Sekts eingeschränkt und gegen 3Uhr morgens musste ich dann mal ganz schnell zum Klo. So richtig habe ich es dann aber nicht mehr geschafft.

Und hier die Beichte: Ich habe in einem Schicki-Micki-Nobel-Schuppen in FFM in das Waschbecken der Damentoilette gekotzt. Danach gings mir aber wieder relativ gut, auch wenn meine Begleiter sogar auf der Autobahn angehalten hätten, damit ich nicht noch ins Auto erbreche. ;)

Mittwoch, 17. Januar 2007

Manchmal

Ich kann den Wind noch spüren. Den Sonnenaufgang sehen. Die Früchte schmecken. Ich weiß immer noch, wie es sich angefühlt hat. Für diesen kleinen Moment war alles perfekt.

Hab gerade ernst zu nehmendes Fernweh. Muss jetzt nur noch rausfinden ob ich das Land, die Leute oder einfach nur das Gefühl vermisse.

Dienstag, 28. November 2006

Als wär' es gestern gewesen.

Heute. Vor einem Jahr. Da kam sie, die Postkarte aus Australien. Im Bus auf dem Weg nach Darmstadt, habe ich sie gelesen. Draußen war alles grau und es hat genieselt. Wann ich komme, hat er damals gefragt. In Gedanken war ich schon lange bei ihm.

Heute scheint die Sonne. Es ist nicht allzu kalt und es ist nichts zu sehen von diesem Miese-Peter-Herbstwetter. Er ist auch nicht mehr da. Dabei hätte ich gern noch erfahren, wie er den ein oder anderen Satz auf der Postkarte oder in den SMS gemeint hat.

Die Postkarte liegt nun in meinem Timer. Sie ist immer dabei, mehr oder weniger. Er war es auch. Aber ab jetzt wohl doch eher weniger.

Freitag, 24. November 2006

Er sagt

Er sagt, er vermisst mich gerade. Er sagt, ich sei toll. Er fragt, wann ich ihn denn mal besuche. Er ist zurück.

Ich bin skeptisch. Habe das Gefühl, ich betrachte meine Reaktionen kühl von außen. Und doch bin ich gespannt, was da kommt. Wer weiß.

Montag, 20. November 2006

Ex-Akten

Es heißt ja "Ein Ende kann ein Anfang sein" und "Wenn eine Tür zu geht, öffnet sich eine Neue". Aber warum tauchen in meinem Leben immer wieder die Männer meiner Vergangenheit auf, wenn einer gerade gegangen ist?? Ist doch ein Scherz, oder??

Samstag, 18. November 2006

Es wird niemals gut. Vermutlich.

Es ist Nacht. Irgendwann zwischen drei und vier. Wir sitzen mal wieder vor der Haustür auf den Stufen. Für November ist es erstaunlich warm und doch ist da diese Kälte zwischen uns. Wir reden mal wieder über das „wir“. Und darüber, warum wir einfach nicht von einander loskommen.

Vor neun Monaten waren wir schon einmal soweit. Da saßen wir auf einer Veranda in Katoomba, Australien. Das gleiche Thema und die gleichen miesen Aussichten. Es klappt einfach nicht. Wir schaffen es nicht, uns in einander zu verlieben. Zumindest nie gleichzeitig. Egal ob hier oder am anderen Ende der Welt.

Er sagt, ich sei immer so stark und wirke so unverletzlich. Dabei dreht sich mir der Magen um. Ich versuche meine Unsicherheit mit Sprüchen zu überspielen, aber er merkt sicher, dass das nur Tarnung ist. Zwischen uns ist mehr als Verliebtheit. Mehr als Freundschaft. Aber eben auch keine Liebe. Er will mir nicht wehtun und ich will mir nicht mehr wehtun lassen.

Es tut aber weh. Nicht den „Geliebten“ zu verlieren. Aber den Freund. Denn Freunde sein, das klappt nicht. Das haben wir nun weiß Gott bewiesen.

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